Stadtkanal Potsdam Fotos: Adam Sevens und Benjamin Maltry. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Bauverein Potsdamer Stadtkanal von 1722 e.V.

Der Bauverein ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die abschnittsweise Wiederherstellung des in den 1960er Jahren zugeschütteten Stadtkanals in seiner vollen Länge von ca. 1800 Metern, in der historischen Führung vom Kellertor bis zu den Planitzinseln, als schiffbaren Wasserweg einsetzt. Neben der architektonischen und städtebaulichen Schönheit, die einst das Grachtenflair holländischer Städte nach Potsdam brachte, sprechen auch andere Gründe für den Wiederaufbau. Der Stadtkanal, Bodendenkmal sowie Denkmal von technikgeschichtlicher Bedeutung, reguliert das Grundwasser sowie das Stadtklima und dient als Erholungsort. Er bleibt mit seiner Strömungsanlage in Bewegung, was vor Gerüchen und Mücken schützt.

Die ersten beiden Abschnitte sind schon fertiggestellt. Am Kellertor ist zudem das alte Zollhaus (Kellertorwache) und ein Park mit öffentlichem Uferweg wiederentstanden.

Als nächstes nehmen wir den Wiederaufbau der Kellertorbrücke für Fußgänger und Fahrradfahrer in Angriff. Ziel ist ferner die Freilegung, Restaurierung und Wiederinbetriebnahme des Abschnitts von der Kellertorbrücke bis zur Berliner Brücke. In diesem Abschnitt liegen keine Leitungen und die Kanalwand ist unterirdisch gut erhalten. Hier könnte das Havelwasser bald sichtbar fließen.
An der Mündung des Stadtkanals könnte durch einen Grundstückstausch mit dem Land Brandenburg ein Privatinvestor die im Krieg zerstörte Villa Hoffbauer am Stadtkanal wieder errichten.

Gründung: 2015
Mitglieder: 7 (kein Publikumsverein)
Ansprechpartner: Willo Göpel
E-Mail: vorstand@stadtkanal.org
Facebook: Bauverein Potsdamer Stadtkanal von 1722 e.V.

Stadtkanal Potsdam, Kellertorwache. Fotos: Adam Sevens und Benjamin Maltry. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Kulturstadt Potsdam e.V.

Der Verein Kulturstadt Potsdam e.V.  koordiniert die Netzwerk-Aktivitäten der Kulturerbenvereine. Das erfolgt in Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalpflege der Stadt Potsdam.

Der Verein ist ein Zusammenschluss von Menschen, die ihre Stadt lieben. Eingebettet in ein traumhaftes Stückchen Erde ist über Jahrhunderte eine Kulturlandschaft entstanden, die zu dem schönsten zählt, was Menschen geschaffen haben. Mit Fug und Recht gehört Potsdam zu den Weltkulturerbestätten. Unsere Mitglieder genießen sehr bewusst die vielfältigen kulturellen Angebote in Potsdam. Mit unserer Begeisterung wollen wir andere anstecken. Dazu haben wir uns einiges einfallen lassen. Mit unseren Projekten kommunizieren wir Potsdam als eine Stadt der Kultur, als Stadt der Gastfreundlichkeit, der Toleranz und Weltoffenheit. Unser Verein fördert das Engagement der Bürger. Wir ermutigen zu Aktivitäten, die das breit gefächerte Kulturangebot bereichern und die Attraktivität unserer Stadt weiter erhöhen. Denn wir sind Potsdamer aus Leidenschaft.

Mitmachen kann jeder, wichtig ist nur Begeisterung und der Spaß an der Sache. Gute Ideen und tatkräftige Mitarbeit sind natürlich besonders willkommen. Unser Verein fördert das Kulturangebot in Potsdam. So unterstützten wir u.a. den Förderverein für das Potsdam Museum, den Bauverein der Friedenskirche und die Musikschule, für die wir einen Nachwuchspreis stiften. Im Potsdam-Wiki sammeln wir Informationen über die Geschichte der Stadt und Persönlichkeiten, die Potsdam geprägt haben. Das Potsdam-Wiki ist ein Mitmachprojekt für interessierte Potsdamer.

Gründung: 2003
Mitglieder: 145
Ansprechpartnerin: Fides Mahrla
E-Mail: verein@kulturstadt.potsdam.de
Internet: http://www.kulturstadt.potsdam.de

Vorstandsmitglieder (v.l.n.r.): Vorsitzende Fides Mahrla, Jeannette Wachholz, stellv. Vorsitzender Matthias Finken, Dagmar Christl, Karin Hennig, Schatzmeister Dr. Frank Dietrich, Olaf Gutowski, Pressesprecher Bolko Bouché/ Foto: Stefan Specht

Verein des Monats März 2024: Freunde der Freundschaftsinsel e.V.

Verein des Monats März sind die Freunde der Freundschaftsinsel. Anlässlich des 150. Geburtstags von Karl Foerster versammeln sich die Mitglieder jedes Jahr am 9. März am Ehrenmal – einer Metallplastik von Christian Roehl – auf der Insel. Zum Jubiläum kamen zahlreiche Gäste aus allen Teilen der Bundesrepublik, um des Staudenzüchters und Potsdamer Ehrenbürgers feierlich zu gedenken. Seit der Gründung des Vereins 2003 zählt dieses jährliche Treffen der Foersterianer, Staudenliebhaber und Gartenfreunde zum festen Bestandteil des Vereinskalenders.  

Verantwortung im Ehrenamt

Mitgastgeber und Vorstandsmitglied Marko Höhn erzählte am Rande der Feierlichkeiten, dass er zu Beginn seiner freiberuflichen Tätigkeit als Landschaftsarchitekt von der Vereinsgründung durch einen Beitrag in der Zeitung erfahren hatte und gern mit dabei sein wollte. Fasziniert war der 1972 in Potsdam geborene Höhn vom Fachwissen der sogenannten Foersterianer und Staudenzüchter wie Dr. Konrad Näser und Wolfgang Kautz. Von ihnen wollte er mehr über Karl Foerster und seine Staudenzüchtungen erfahren. So wurde der junge Mann Mitglied und geradewegs in den Vorstand gewählt. Damals hatte er, so erzählte er, erst einen Sohn, mittlerweile sind zwei Söhne und eine Tochter hinzugekommen. Die Familie und das Landschaftsplanungsbüro fordern seine ganze Aufmerksamkeit, sodass gelegentlich das Ehrenamt zu kurz kommt. Doch aufgeben ist keine Option, die Mitglieder zeigen Verständnis und so ist er bis heute dabei und unterstützt den Vorstandsvorsitzenden Jörg Näthe und seinen Nachfolger Thoralf Götsch als Inselgärtner nach Kräften.

Schulprojekt mit Niveau

Näthes Idee, zum Jubiläum ihres Namenspatrons Schüler der Karl-Foerster-Schule zu bitten, sich künstlerisch mit dem Staudengärtner zu beschäftigen, brachte erstaunliche Kunstwerke hervor, die im Ausstellungsraum neben dem Inselcafé zu besichtigen sind. Auch Familie Höhn hat aktiv mitgestaltet: Sohn Julius gestaltet mit drei Mitschülern ein Baumhaus und präsentiert sein Modell. Der stolze Papa entwarf das Plakat und das Banner zur Ausstellung. Betreut wurden die Kinder von ihren Kunsterziehungslehrerinnen Katrin Neubert, Annette Frensemeier und Jana Breé. Dank ihres Engagements sind die entstandenen Werke mehr als „niedliche“ Kinderzeichnungen. Ein Besuch der Ausstellung „Über den Zaun geschaut“ bereichert den Spaziergang über die Insel (geöffnet vom 9. März bis 28. April 2024 jeweils freitags, samstags und sonntags von 13.00 bis 17.00 Uhr).

Den Schatz erkennen und erhalten

Und wo drückt der Schuh im Vereinsleben? Marko Höhn bedauert, dass nur wenige Mitglieder Verantwortung übernehmen wollen oder können. Er würde sich wünschen, dass mehr junge Leute erkennen, welch großer Schatz die Freundschaftsinsel ist. Hier geht es nicht nur in erster Linie um den Erhalt des Gartendenkmals – als Folge des Klimawandels muss auch mit einer angepassten Pflanzenauswahl reagiert werden. Höhns Leitspruch ist ein Zitat von Dieter Kienast, einem Schweizer Berufskollegen: „Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum“.

Realistische Wünsche

Auf die Frage, was er mit einer Spende von 10.000 Euro für die Freundschaftsinsel machen würde, antwortete Höhn spontan, oberste Priorität hätten Ersatzpflanzungen für abgängige Bäume und zu erneuernde Pflanzungen. Aber auch Unterstützung bei der Pflege der Anlage wäre dringend notwendig, da es zu wenige Inselgärtner gibt. „Man müsste viel öfter Arbeitseinsätze organisieren oder Pflegepatenschaften übernehmen“, so sein Fazit.

Mitmacher beim Frühjahrseinsatz willkommen

Nächste Gelegenheit ist am Sonnabend, dem 23. März 2024, von 10 bis 13 Uhr. Neben den Freunden der Freundschaftsinsel sind passionierte Hobbygärtner herzlich willkommen, die unter fachlicher Anleitung Sichtbares schaffen können. Interessierte melden sich bitte per E-Mail verein@freundschaftsinsel-potsdam.de oder telefonisch unter 0331 2803375 an.

Weitere Informationen unter: Freunde der Freundschaftsinsel

Text: Fides Mahrla | Fotos: Elisabeth Karth

Kulturerbendialog in der Angerkirche

Vertreter der Kulturerbenvereine trafen sich am 27. Februar 2024 in der Angerkirche zum Kulturerbendialog. Wir sprachen über das Fest der Kulturerben und weitere gemeinsame Aktivitäten der Vereine. Nach dem offiziellen Teil war das Netzwerken bei Wasser, Wein und Salzbrezeln angesagt.

  • Matthias Finken, Chef des Orga-Teams für das Kulturerben-Netzwerk, sprach über die Perspektive des Netzwerkes – in Anbindung an die Untere Denkmalbehörde und die Stadt Potsdam. Die Stadtverwaltung gibt eine Studie in Auftrag, wie das Netzwerk gestärkt und die ehrenamtliche Arbeit für Bau, Garten- und Technische Denkmale verstetigt werden kann.
  • Dr. Sigrid Sommer, Marketingleiterin der Stadtverwaltung, stellte „Zwei an einem Tag“ vor. Das Fest der Kulturerben und der UNESCO-Welterbetag finden am 2. Juni statt. Die Angebote werden sich ergänzen. Es wird ein großes Fest für alle Denkmal- und Kulturfreunde.
  • Mark Jumpers, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, stellte sich und die Aktivitäten seiner Behörde vor. Jumpers, der nach einem Volontariat bei der Schlösserstiftung in Potsdam sechs Jahre in Bayern gearbeitet hatte, würdigte die Potsdamer Kulturerben. Ein vergleichbares ehrenamtliches Engagement sei ihm aus anderen Städten nicht bekannt.
  • Franziska Fürstenau, Verantwortliche für das Fest der Kulturerben, stellte die Ideen des Orga-Teams für den 2. Juni vor und sammelte die Ideen aus dem Publikum. Das Fest 2024 steht unter dem Motto „DENKMALE – Zeitzeugen der Geschichte“.
  • Fides Mahrla, Vorsitzende des Kulturstadtvereins, sammelte in einem Motivations-Workshop die Statements der ehrenamtlichen Mitglieder zu ihrer Vereinstätigkeit:
    Was verleiht Flügel?
    Wo drückt der Schuh?
    Mein Wunsch ist …

Zusammenfassend: Die Befragten haben Spaß daran, andere zu begeistern. Sie wollen, dass ihre Aktivitäten präsenter werden, dass Ihr Engagement für ihre Projekte wertgeschätzt und anerkannt werden und dass sie neue Aktive für ihre Vereine gewinnen können.

Die Umfrageergebnisse schicken wir mit dem nächsten Newsletter an alle Kulturerbenvereine.

Schweizer Kolonistendorf Nattwerder. Fotos: Adam Sevens und Benjamin Maltry. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Schweizer Kolonistendorf Nattwerder e.V.

Kurfürst Friedrich Wilhelm siedelte 1685 im Golmer Bruch 14 Schweizer Familien aus dem Kanton Bern an, die im Nachhinein wegen der nicht zu beherrschenden Überschwemmungen im Bruch wieder umgesiedelt wurden. Davon sind vier Familien auf dem „natte-werder“ angesiedelt worden. Die den reformierten Schweizern zugesagte eigene Kirche wurde 1690 geweiht.

In den ersten Jahren nach der Gründung des Vereins 1992 war Annemarie Haardt (verst.) unermüdlich inspirierender Motor. Der Verein besteht mehrheitlich aus Dorfbewohnern und Nachkommen der Schweizer Kolonisten. Die derzeit 19 Mitglieder heißen aber auch Interessierte von außerhalb willkommen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gestellt, das geschichtliche und kulturelle Erbe des Kolonistendorfes in seiner Einmaligkeit zu bewahren.

Wir forschen zur Geschichte des mit Schweizer Kolonisten besiedelten Golmer Bruchs. Wir setzen uns für die Restaurierung der denkmalgeschützten Dorfkirche und des umgebenden Friedhofs ein und bieten Führungen an.

Seit vielen Jahren organisieren wir im Sommer unsere beliebten Sommerkonzerte.

Wir nutzen Potsdams älteste Kirche neben den Gottesdiensten für Vorträge oder Lesungen und zeigen wechselnde Ausstellungen. Mitglieder unseres Vereins sorgen dafür, dass im Sommer die Kirche als Raum zur Einkehr und Stille zugänglich ist.

Der kleine Verein hat vieles geleistet, worauf wir stolz sind: Die Restaurierung der Grabsteine, die Erneuerung der Schuke-Orgel, die schrittweise erfolgte Sanierung der Kirche und die Jubiläumsschrift zum 325-jährigen Jubiläum der Besiedlung des Golmer Bruchs. Wichtig ist uns, das Spannungsverhältnis von Gewesenem und Kommendem im Blick zu haben, denn: Die Zukunft hat in der Vergangenheit begonnen!

Gründung: 1992
Mitglieder: 19
Ansprechpartnerin: Elke Hartmann
E-Mail: info@nattwerder.de
Internet: http://www.nattwerder.de

Schweizer Kolonistendorf Nattwerder. Fotos: Adam Sevens und Benjamin Maltry. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Verein des Monats Februar 2024: Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes

Der Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V. ist unser Kulturerbenverein des Monats Februar 2024. Der Verein hält im Internet eine Menge Informationsmaterial bereit, um in Nowawes und Babelsberg auf Entdeckungstour zu gehen. Ein Angebot ist eine Audioführung.

Der Audioguide führt in einer halben Stunde durch den heutigen Stadtteil Babelsberg und informiert an elf verschiedenen Stationen über die Entstehung von Neuendorf und der Kolonie Nowawes, den beiden ursprünglichen Stadteilen von Babelsberg. Beginnend in der Karl-Liebknecht-Str. 23, direkt am Museum Weberstube Nowawes, erkundet man das Zentrum Babelsberg mit seiner über 250 Jahre alten Geschichte von den Anfängen der Kolonie für die glaubensverfolgten evangelischen Weber und Spinner aus Böhmen bis hin zur Entwicklung zum aufstrebenden Industriestandort.

Studentenpraktikum im Verein

Frederik Grünenbaum war Autor und Sprecher des Audioguides. Er hat im Februar ein Referendariat an der „Schule am Schloss Potsdam“ begonnen, die im Bornstedter Feld liegt. Als er den Audioguide produzierte, war er noch Student und machte ein Praktikum im Verein. Da Geschichte und Biologie seine Fächer sind, wählte er ein historisches Thema. Er wählte eine Kultureinrichtung, um etwas Gutes für die Allgemeinheit zu tun und um kennenzulernen, wie ein Verein funktioniert.

Ein Zufall weckte die Neugier

Dass es ein Praktikum im Trägerverein der Weberstube wurde, ist einem Zufall zu verdanken. Frederik Grünenbaum stammt aus Sachsen-Anhalt und kam zum Studium nach Potsdam. Er wohnt im Bornstedter Feld und war nach eigenem Bekunden nur sehr selten auf der anderen Seite der Havel. Die Kolonie Nowawes lernte er durch den Fußball kennen. Auf dem Weg ins Stadion fielen ihm die „ulkigen“ Weberhäuser auf und er wurde neugierig. „Ich war gespannt darauf, was hinter den Gebäuden steckt.“

Frederik Grünenbaum bewarb sich. Vereinsvorsitzende Dr. Kirsti Dautzenberg hatte gleich mehrere Ideen, was der Kulturerben-Praktikant machen könnte. Er entschied sich für eine Audioführung, die er von A – Z selbst gestalten konnte. Dafür hatte der Verein Literatur zur Verfügung gestellt. Grünenbaum wählte die elf Stationen aus, schrieb und las Text und schnitt die Aufnahme am Laptop. Er sagt: „Es war cool, aber es hat auch eine Menge Arbeit gemacht. Ich war tatsächlich die ganzen sechs Wochen damit beschäftigt.“

250 Downloads für Audioguide

Vereinsvorsitzende Kirsti Dautzenberg begleitete das Praktikum, indem sie die Arbeitsschritte skizzierte, sich über Zwischenergebnisse informierte und Hinweise gab. Der Verein präsentiert die Audio-Stadtführung auf seiner Internetseite: https://weberstube-nowawes.de/museum/

Die Vereinsvorsitzende berichtet: „Nachdem Frederik Grünenbaum uns die Datei mit der Audioführung erstellt hat, haben wir diese bei Soundcloud hochgeladen und Schweiger Design hat uns die Einbindung in unsere Website gestaltet. Bisher haben über 250 Gäste den Audioguide durch Babelsberg heruntergeladen.“

Die Potsdamer Kulturerben wünschen viel Spaß beim Rundgang. Die Potsdamer Kulturerben sind ein Netzwerk von Vereinen, die ein Denkmal in ihre Obhut genommen haben. Wir stellen auf dieser Seite monatlich eine Vereinsaktivität vor. Bitte informieren Sie uns, wenn bei Ihnen etwas Besonderes los ist.

Belvedere auf dem Pfingstberg. Fotos: Adam Sevens und Benjamin Maltry. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V.

„Mich begeistert die Möglichkeit, aktiv in Gemeinschaft daran mitzuarbeiten, dass das einzigartige historische Pfingstberg-Ensemble für nachfolgende Generationen erlebbar bleibt“, so formuliert das Vereinsmitglied Wolfgang Hilbert seine Motivation für die ehrenamtliche Arbeit im Förderverein.

Seit 2001 betreibt der Förderverein im Auftrag der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und ganz ohne öffentliche Förderungen, eigenverantwortlich das imposante Schloss Belvedere, den Pomonatempel und den Lenné-Garten im Potsdamer Norden. Mit großem Elan setzen sich die Mitglieder für die Bewahrung und Rekonstruktion des Ensembles ein. Vor allem an den Wochenenden sind diese am Belvedere anzutreffen – hier stehen sie Gästen für Fragen zur Verfügung, informieren über die Vereinsarbeit und werben Spenden ein. Diese fließen in notwendige Arbeiten zum Erhalt der historischen Anlage, für welche die Stiftung nicht ausreichende Mittel bereitstellen kann. Ein weiteres Anliegen ist ein abwechslungsreiches Kulturangebot, das u.a. Konzerte, Theater oder Ausstellungen umfasst. Auch deshalb gestaltet sich die Vereinsarbeit als kreativ und abwechslungsreich, denn die EhrenamtlerInnen bringen sich dabei organisatorisch und mit einem gastronomischen Angebot ein.
Die Vereinsziele formuliert das Mitglied Andrea Eichenberg wie folgt: „Wir wollen den Betrieb durch den Verein auch in den nächsten Jahren sicherstellen. Dies erfordert, dass wir immer wieder neue Mitglieder und Spender finden, die sich aktiv, aber auch finanziell an dem Projekt beteiligen – für einen Ort, der von einem Geist der Gastfreundschaft, Gelassenheit und der Freude geprägt ist.“

Gründung: 1990
Mitglieder: 64 aktive Mitglieder, 59 FördermitgliederAnsprechpartner: Jörg Walter
E-Mail: info@pfingstberg.de
Internet: http://www.pfingstberg.de

Belvedere auf dem Pfingstberg. Fotos: Adam Sevens und Benjamin Maltry. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Video:

Verein des Monats Januar 2024: Kirch- und Orgelbauverein Pfingstkirche

Die Pfingstkirche begeht 2024 ein Jubiläum, sie wurde vor 130 Jahren geweiht. Dass sie heute wieder ein Schmuckstück ist, hat sie einem rührigen Förderverein zu verdanken, dem Kirch- und Orgelbauverein Pfingstkirche. Er ist darum unser Kulturerbenverein des Monats Januar 2024.

2023 betreute der Verein ein besonderes Projekt, das noch nicht ganz abgeschlossen ist: Bleiverglaste Fenster im historischen Stil für ein Treppenhaus, das zum Jugendkeller der Gemeinde führt. Dieser Keller war bis in die 1950er Jahre der Sitzungsraum des Gemeindekirchenrates, daher die bleiverglasten Fenster und daher auch die einst reiche Ausmalung des Raumes mit biblischen Darstellungen. Sie sind zum Teil noch sichtbar, zum Teil hinter Putz konserviert.

Stefan Schalinski mit einem restaurierten Fensterflügel.

Die alten Bleiglas-Fenster waren schon lange ausgebaut, aber in Fragmenten erhalten. Außerdem hatte die Gemeinde noch einzelne Glasteile aufbewahrt. So konnte Glasrestauratorin Kathrin Rafoth neue Scheiben nach dem Motto „aus drei mach zwei“ zusammensetzen. Die Fensterflügel wurden restauriert und zusätzlich mit einer Isolier-Schutzglasscheibe versehen. Jetzt können sie eingebaut werden.

Jahrzehnte im Dienst des Denkmals

Bei Bauprojekten wie diesem engagiert sich der Kirch- und Orgelbauverein der Pfingstkirche, der zum Netzwerk der Kulturerben Potsdam gehört. Vorsitzender des Vereins mit über 50 Mitgliedern ist Michael Lunberg. Für die praktische Umsetzung der Restaurierungsarbeiten kann der Verein auf die Kompetenz des Bauausschusses der Evangelischen Pfingstgemeinde zurückgreifen. Stefan Schalinski seit Anfang 2000 Ausschussvorsitzender und in dieses Amt hineingewachsen. Bereits zu DDR-Zeiten arbeitete er im Ausschuss mit. Er berichtet: „An den Kirchengebäuden sind immer Bauarbeiten nötig. Mit der Restaurierung von Fenstern beschäftigen wir uns bestimmt schon zehn Jahre“, berichtet er. Jedes Jahr investiert die Gemeinde eine große Summe. Das Geld kommt aus eigenen Mitteln, Spenden der Gemeinde, Zuschüssen des Kirchenkreises und Fördermittelgebern, wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder der Hermann-Reemtsma-Stiftung. Auch die Jugendbauhütte unterstützte den Verein bereits und restaurierte ein Stallgebäude aus Fachwerk. Das spart Kosten.

Wertvolle Fenster restauriert

Höhepunkt der Arbeit von Kathrin Rafoth war die Restaurierung der kulturhistorisch bedeutsamen Kirchenfenster. Das Fenster über dem Altarraum zeigt die Geschichte „Jesus segnet die Kinder“. Die Fenster wurden in der spezialisierten Glaswerkstatt von Kathrin Rafoth in Erfurt neu in Blei gefasst. Seit dem Jahr 2020 leuchten sie wieder in sanften Farben. Die Diplom-Restauratorin berichtet: „Es sind drei Fenster, die aus der Bauzeit der Pfingstkirche 1894 stammen. Sie waren der Witterung ausgesetzt, der Kitt hatte sich gelöst und einzelne Gläser waren zerbrochen oder fehlten. Das Fenster besteht aus mundgeblasenen, farbigen Gläsern, die zusätzlich innen und zum Teil auch außen bemalt wurden. Dadurch erzielten die Glasmaler unterschiedliche Wirkungen, die Pupillen sind zum Beispiel außen aufgemalt und leuchten. Die äußere Bemalung hat am meisten gelitten, denn das Glas war ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Die neuen Kirchenfenster werden jetzt mit einer außen vorgesetzten Glasscheibe geschützt.

Die Sonne taucht den ebenfalls vor wenigen Jahren restaurierten Kircheninnenraum in farbiges Licht. Glasrestauratorin Kathrin Rafoth sagt: „Der Bauverein weiß, was er mit der Pfingstkirche für ein Schmuckstück hütet, ich merke das an den Fragen. Die Mitglieder sind fachlich interessiert und haben einen Blick für gute Arbeit.“

Gibt es aus Ihrem Verein Neues zu berichten oder wollen Sie einen ehrenamtlichen Kulturerben aus Ihrem Verein würdigen, dann schicken Sie Ihren Vorschlag an unsere Internet-Redaktion.

Verein des Monats Dezember 2023: Förderverein Pfingstberg e. V.

Verein des Monats Dezember ist der Förderverein Pfingstberg e.V., der mit beispielhafter Ausdauer  eines der schönsten Baudenkmale in Potsdam erfolgreich bewirtschaftet. Er gehört zu den ältesten Potsdamer Kulturerben und ist prominentes Beispiel dafür, was Ehrenamt in der Baudenkmalpflege leisten kann. Hans-Jürgen Krackher vom Kulturerben-Orga-Team besuchte den Verein zum Saisonausklang zusammen mit Kathrin Jütte vom Kulturstadt Potsdam e. V. und stellt ihn in Wort und Bild vor: 

Andrea Eichenberg, Carola Koss, Kerstin Zarbock und Christine Schrader-Krause sind im Verein aktiv und Vorstandsmitglied oder auch Gästeführer. Auf die Dachterrasse des Pomona-Tempels haben sie an einem sonnigen Herbsttag noch einmal Kuchen gezaubert zum Tee und Kaffee. Die Sichtachsen des Lenné-Parks zu Pfaueninsel, Flatowturm und Nikolaikirche geben einen ersten Eindruck von der höchsten Erhebung auf der Insel Potsdam. Das sind 74 Meter über dem Meeresspiegel und noch einmal 23 für den Belvedere – für Potsdam alpin. „Allein der Aufenthalt an diesem erhabenen Ort bringt einige dazu, sich bei uns einbringen“, heißt es. Das hat Tradition:

Eine Gruppe junger Potsdamer beschloss Ende der 80er Jahre, das verwilderte und verfallene Ensemble aus Belvedere, Pomonatempel und Gartenanlage vor dem Vergessen zu retten. Entstanden ist nach der Wende ein früher Kulturerben-Verein, von dem man vieles lernen kann.

Im Ehrenamt mit Plakette

Zu tun gibt es hier oben auch heute jede Menge. Hier werden Hochzeiten geschlossen und Feste gefeiert, zur „Kultur in der Natur“ gehören Musik, Theater und Ausstellungen. Der ehrenamtliche Betrieb geschieht mit professioneller Unterstützung der Mitarbeiterinnen des Pfingstbergbüros. Doch ohne die ehrenamtlichen Mitglieder, erkennbar an ihrer grünen Plakette mit dem Vereinslogo, liefe hier nicht viel. Der Denkmalbesuch ist eine Frage der Bildung, die Besucher zu Fuß, mit Rad oder Auto wollen freundlich gelenkt werden. Ist doch das begehbare Schloss kein Klettersteig, der Park kein Fußballplatz, „das alles erklären Sie mal einem Mountainbiker, der ja seine Steuern zahlt.“

Verein lebt vom Ehrenamt

Zu den ehrenamtlichen Aufgaben rund um die Besucher gehören der Informationstisch an den Wochenenden, die Konzert- und Ausstellungsbetreuung und natürlich die Öffnung des Pomonatempels mit den Ausstellungen von Mai bis Oktober. Wer es gerne etwas ruhiger liebt, der kann sich in der Garten AG nützlich machen oder sich beim Frühjahrs- und Herbstputz der Gemeinschaft der Anlage etwas Gutes tun. Bei allem hier oben ist Solidarität und Wertschätzung gefragt. Das ehrenamtliche Engagement ist wichtig, damit der Verein ohne öffentliche Förderung arbeiten kann. Die Schlosseintritte allein reicht hier leider nicht zur Deckung der Kosten, zum Beispiel für die Finanzierung der Büromitarbeiterinnen und des Sicherheitsdienstes. Die Mindestlöhne und steigende Preise wollen erwirtschaftet werden. So gehört das Herzblut von Beginn an zur DNA des Pfingstberg-Vereins. Es geht so der Spruch um: „Die alte Dame Belvedere braucht unsere Unterstützung, damit sie auch noch für künftige Generationen erstrahlt und geöffnet ist.“

Aktive Mitglieder gesucht

Was mit Gartenarbeit, viel Elan und mit Kind und Kegel begann, ist heute erwachsen, nicht zuletzt mit Unterstützung der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten und durch die Vernetzung in der Stadtgesellschaft, zum Beispiel mit den Kulturerben. Als Vereinsnachwuchs immer gesucht sind aktive Mitglieder und Fördermitglieder sowie Spender. Aktive Helfer bringen ihre Zeit in das Projekt ein, vor allem für Besucherinformation, die Öffnung des Pomonatempels, Aufsicht bei Kunstausstellungen und die Betreuung des Kulturprogramms. Die Saison auf dem Berg geht von Ostern bis zum Reformationstag. Helfer für die Gartenpflege, die Gästeführungen und die Hochzeitsbetreuung werden auch immer gesucht. Auch Vorstände, die Sachverstand einbringen und Verantwortung übernehmen wollen, werden noch gebraucht.

Damit bietet der Verein kulturinteressierten Menschen die Mitwirkung an einem ganz besonderen und traditionsreichen Projekt in der Stadt Potsdam, das die Öffnung des Aussichtsschlosses mit Kulturprogramm und Ausstellungen sicherstellt. Wenn Sie also teilhaben wollen an einem Ort, der von einem Geist der Gastfreundschaft, der Gelassenheit und der Freude geprägt ist, entscheiden Sie sich für eine Mitgliedschaft.

Neujahrskonzert auf dem Pfingstberg

Vielleicht können Sie sich bei einem Winterspaziergang auf den Pfingstberg erwärmen. Der Verein lädt am 1. Januar 24 zur traditionellen Neujahrsöffnung des Aussichtsschlosses ab 11.00 Uhr mit Glühwein und Würstchen ein. Um 12.00 Uhr gibt es dann ein Blaskonzert.

Nach der Winterpause ist ab März 2024 das Belvedere auf dem Pfingstberg mit seiner sehenswerten Dauerausstellung zur wechselhaften Geschichte des Ensembles, dem Wunder vom Wiederaufbau und dem Wirken des Vereins am: Samstag / Sonntag, von 10.00 bis 16.00 wiederzusehen. Ab April ist dann täglich geöffnet.

Weitere Informationen unter:

Förderverein Pfingstberg e.V.

Alexander-Haus in Groß Glienicke. Foto: Fides Mahrla

Verein des Monats November 2023: Alexanderhaus e.V.

Wir, die Potsdamer Kulturerben, gratulieren unserem Netzwerkpartner Alexanderhaus e.V. zum Deutschen Denkmalschutzpreis 2023. Aus diesem Anlass stellen wir das Alexanderhaus im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke hier als Denkmal des Monats vor.

Die Preisverleihung durch das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz ist eine Bestätigung für die zehnjährigen Bemühungen der Unterstützer dieses bemerkenswerten Projekts. Der Verein hat das vom Verfall bedrohte Gebäude restauriert und ihm einen neuen Inhalt gegeben. Entstanden ist ein Ort der Hoffnung, den wir in der heutigen Welt so dringend brauchen. In der Laudatio hieß es: „Der Verein sorgte für bauliche Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, die Eintragung als Denkmal und öffnete das Haus für eine vorbildliche Denkmalvermittlung und Nutzung als Bildungsort.“

Das Alexanderhaus wurde 1927 durch Dr. Alfred Alexander, den Präsidenten der Berliner Ärztekammer, am Ufer des Groß Glienicker Sees errichtet. Es ist aus denkmalpflegerischer Sicht ein bedeutendes Zeitzeugnis der „Wochenendhausbewegung“ im Großraum Berlin. Vor allem aber ist es ein Denkmal für den beginnenden nationalsozialistischen Terror gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland. Die Familie Alexander floh 1936 vor den Nationalsozialisten nach England. Danach wechselten die Eigentümer mehrfach. Mit dem Bau der Berliner Mauer lag das Haus im Sperrgebiet und war nicht öffentlich zugänglich. Ab 2003 stand das Haus leer und verfiel zunehmend.

2013 gründeten Nachkommen der Familie Alexander und Groß Glienicker den Förderverein. Es gelang ihnen, das Sommerhaus denkmalgereicht wiederherzustellen, es ist seit Juli 2014 ein eingetragenes Denkmal auf der Liste des Landes Brandenburg. Das Alexanderhaus ist öffentlich zugänglich, der Verein organisiert Führungen und zahlreiche Veranstaltungen. Es hat sich zu einem Ort der Bildung und Versöhnung entwickelt.

Das Alexanderhaus ist unser erster Verein des Monats. Wir wollen auf dieser Internetseite künftig monatlich  Potsdamer Kulturerben vorstellen, bei denen sich aktuell etwas Neues gibt. Bitte informieren Sie die Kulturerben-Internetredaktion per E-Mail, wenn es bei Ihnen einen besonderen Anlass gibt.  E-Mail

Foto: Fides Mahrla