Fest der Kulturerben 2026

Das Fest der Kulturerben findet am Sonntag, dem 7. Juni 2026 von 14-18 Uhr in der Brandenburger Straße vor dem Brandenburger Tor statt. Unter dem Motto „Ob groß, ob klein – Jeder kann Kulturerbe sein“ stellen sich Kulturerbenvereine mit ihren aktuellen Projekten vor. Kulturerben sind die über 40 Vereine in Potsdam, die ehrenamtlich ein Baudenkmal, Gartendenkmal oder Technisches Denkmal erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. So viel bürgerliches Engagement fürs Denkmal in einer Stadt ist einzigartig. Beim Fest der Kulturerben wollen die Ehrenamtlichen mit den Besuchern ins Gespräch kommen, ihre Arbeit vorstellen und alte Handwerkstechniken zeigen. Dazu wird ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm präsentiert. Der Eintritt ist frei.

Die Vereine werben mit dem Fest der Kulturerben um Nachwuchs fürs Ehrenamt. Die Veranstaltung wird vom Kulturstadt Potsdam e.V. gemeinsam mit der Landeshauptstadt Potsdam organisiert, die an diesem Tag auch den UNESCO-Welterbetag durchführt.

Bühnenprogramm

Das Bühnenprogramm beginnt mit der Popband „Set Ablaze“ der Städtischen Musikschule Potsdam, im Anschluss eröffnet Oberbürgermeisterin Noosha Aubel das Fest. Auf der Bühne zu erleben: Jazzkollektiv Babelsberg (15:00 Uhr), Kinder- und Jugendchor der Evangelischen Friedenskirchengemeinde Potsdam – Sanssouci (16:00 Uhr), Kinderchor Bambini vom ChorWerk Potsdam e.V. (16:45 Uhr) und zum Abschluss die preisgekrönte Jazzcombo „JazzyKa“ der Städtischen Musikschule Potsdam (17:25 Uhr). In Gesprächsrunden werden die Pückler Gesellschaft e.V. Berlin, der Freundeskreis Schloss Lindstedt e.V. als Neuzugänge der Kulturerben und das Institute Heritage Studies vorgestellt. Der Kulturstadt Potsdam e.V. berichtet über 20 Jahre Potsdam Wiki.

Mitmach-Aktionen

  • Mehl mahlen mit der Handmühle der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V.
  • Waffelbacken mit Mehl aus der Historischen Mühle
  • Historische Handwerkstechniken wie Drechseln, Uhrenrestaurierung, Schablonenmalerei und Putzschnitt
  • Selfie-Kulisse: O-Bus-Front der Historischen Straßenbahn Potsdam e.V.
  • 14-17 Uhr: Basteln für Kinder

 

Eventmanagerin Franziska Fürstenau vom Förderverein Alte Neuendorfer Kirche und Neuendorfer Anger e.V. mit Robert Leichsenring vom Verein Historische Straßenbahn Potsdam e.V. Die Inschrift „Schritt fahren“ stammt aus der Zeit, als die Pferdebahn noch durchs Brandenburger Tor fuhr.

Foto: Bolko Bouché

Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Hauseingang. Auf der Tür steht: Obelisk

Verein des Monats April 2025: Trägerverein Charlottenstraße 31 e.V.

Vereinsvorsitzender Helmut Fensch und Vereinsvorstand Ilka Neugebauer. Foto: Bolko Bouché

Der Trägerverein Charlottenstraße 31 e.V. ist unserer Verein des Monats April. Der Verein ist seit einem Jahr Teil des Kulturerben-Netzwerkes und wird beim Fest der Kulturerben am 1. Juni auf dem Alten Markt erstmals dabei sein. Die Mitglieder stellen sich mit einem Stand vor und werden außerdem einen kabarettistischen Beitrag zum Programm leisten. Wir sind sehr gespannt!

Der Trägerverein setzt sich seit 2005 für die öffentliche Nutzung und Instandhaltung der Spielstätte des Kabarett Obelisk ein. Helmut Fensch ist Kabarettist, Dramaturg und Vereinsvorstand. Er erklärt, warum das Haupthaus ein Baudenkmal ist und welche besondere Rolle es in der Potsdamer Stadtgeschichte gespielt hat: „Im Jahre 1782 ließ hier König Friedrich der II. das alte Ordonnanzhaus von seinem Architekten Georg Christian Unger neu erbauen. Die Fassade ist aufwändig mit römischen Soldatenfiguren und den beiden Kriegsgöttern Mars und Bellona geschmückt.“

Baudenkmal Ordonnanzhaus

Hier in diesem Haus wurden die dienstpflichtigen Rekruten aus den unterschiedlichen Kantonen untergebracht und ebenfalls auch ein Husarenkommando, das zum Einfangen der „unsicheren Kantonisten“ verpflichtet war. Um die zumeist unwillig bei der Armee dienenden Soldaten gut gelaunt zu halten gab es einen Gastwirt im Haus, der Branntwein ausschenken durfte und auch einen Tanzboden, auf dem Mädchen „bereitgehalten“ wurden. Auch alle sonstigen Gewerke, die mit der Armee zu tun hatten, fanden hier in diesem „sechzig Fuß“ langen und dreigeschossigen Haus Unterkunft und Amüsement. Eine gute Stimmung war also von Anbeginn gegeben!

Nach den Napoleonischen Kriegen erhielt das Ordonnanzhaus eine andere Bestimmung. Es wurde ab dem Jahre 1849 zur Stadtschule, 1910 Charlottenschule und ab 1925 Mädchenmittelschule. Nach 1949 zog das Schulamt ein und blieb dort bis Anfang der 1990-er Jahre. Nun beherbergt die Nummer 31, abermals Charlottenstraße genannt, wieder eine „Wirtschaft“, wo die Künstler des Kabaretts zum Vergnügen aller die Politik und Wirklichkeit auf die Schippe nehmen. Außerdem nutzen zahlreiche Brandenburger Vereine das Haus.

Obelisk-Sommerfest

Der Förderverein des Kabaretts lädt für den 14. Juni ab 16 Uhr zum Obelisk-Sommerfest in den Hofgarten des alten Ordonnanzhauses ein. Beste Gelegenheit ungezwungen ins Gespräch zu kommen. Zur Anregung gibt es Musik und Satire von und mit Bella Liere, Andreas Zieger, Helmut Fensch, Lutz Andres und dem beliebten Comedian aus Berlin, Thomas Nicolai.