Verein des Monats Juni 2024: Historische Straßenbahn Potsdam e.V.

Wir sagen mit der Nennung als Verein des Monats Juni: Vielen Dank für eure Idee zum Fest der Kulturerben. Die Frontpartie des O-Busses war ein Hingucker. Robert Leichsenring, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Historische Straßenbahn Potsdam e.V.: „Als die O-Busse ausrangiert wurden, bewahrte ein Fahrer das Karosserieteil vor dem Schrott und holte es zu sich nach Hause. Es stand dann als Bar in seiner Wohnstube, in einem Babelsberger Weberhaus.“ Der Verein bekam es aus dem Nachlass, die Ausbildungswerkstatt des Verkehrsbetriebes restaurierte das Teil.

Spendenprojekt Gotha 177

Erwartungsgemäß war der O-Bus auf dem Fest eine beliebte Selfie-Kulisse. Den rund 70 Vereinsmitgliedern kommt jede Aufmerksamkeit recht. Sie haben ein großes Projekt vor sich. Sie wollen den Gotha-Gelenkwagen Nr. 177 generalüberholen. Die Straßenbahn aus dem Jahr 1967 sieht eigentlich noch ziemlich gut aus, aber der Teufel steckt im Detail. So müssen Bremsen, Radsätze und Achslager aufgearbeitet werden. Auch der Rost hat sich schon wieder eingenistet, so dass Teile ausgetauscht und die Bahn neu lackiert werden sollen.

Die Straßenbahn wurde 1990 aus dem Liniendienst genommen und mit Hilfe von Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe vor dem Verschrotten gerettet. Bis 1997 hatte der Verein die Restaurierung des Gelenkzuges abgeschlossen. Er ist, wie der gesamte Fuhrpark des Vereins, eingetragenes Denkmal der Verkehrsgeschichte.

Für die aktuell anstehende Generalüberholung werden Kosten in sechsstelliger Höhe anfallen. Der Verein will 50.000 Euro selbst aufbringen. Von dem Spendenziel sind 45.000 Euro bereits gesammelt, unter anderem durch Crowdfunding im Internet. Es ist also noch offen, wann der Straßenbahnzug erneut auf Museumsfahrt gehen kann. > Spendenaufruf
Wir wünschen dem Verein viel Erfolg für sein Vorhaben.

Foto oben: Robert Leichsenring (l.) und Finn Dieke auf dem Fest der Kulturerben © Bolko Bouché
Foto Gotha177 © Robert Leichsenring

Gelungenes Fest der Kulturerben 2024

Über 30 Kulturerbenvereine präsentierten sich am 2. Juni 2024 beim Fest der Kulturerben auf dem Alten Markt dem Publikum. Sie zeigten ihr Denkmal, Bücher und zahlreiche Mitbringsel, die von der Arbeit des Vereins erzählten. Absoluter Hingucker war die Frontpartie von einem alten O-Bus, die der Verein Historische Straßenbahn Potsdam mitgebracht hatte. Die Kulisse diente als Selfie-Point, vor dem die Besucher mit dem historisch gekleideten „Fahrpersonal“ posierten.

Die Mühlenvereinigung zeigte an ihrem Stand, wie die Historische Holländerwindmühle funktioniert und welche Getreidesorten verarbeitet werden können. Daneben hatten die Besucher Gelegenheit, Getreide per Hand zu mörsern. Und noch einen Stand weiter buken Schüler der Peter-Joseph-Lenné-Gesamtschule Waffeln mit dem originalen Mehl aus der Mühle von Sanssouci.

Bühnenprogramm mit Musikschule

Schülerinnen und Schüler der Potsdamer Musikschule gestalten über weite Strecken das Bühnenprogramm. So gab es viel Beifall für die Popband Simple Voice, Gesangssolisten und die Jazzcombo Jazzy Ka. Sabine Ambrosius vom Orga-Team der Kulturerben moderierte die Wortbeiträge. Der Beigeordneten Bernd Rubelt eröffnete das Fest und besuchte die Stände. Dort informierten die Vereine über die Geschichte und über ihre aktuellen Projekte.  Zum Beispiel über den Telegrafenradweg, der entlang der einstigen Telegrafenlinie Berlin – Koblenz führen soll. Ein nachhaltiges Tourismus-Projekt, an dem die Interessengemeinschaft Optische Telegraphie in Preußen e.V. mitarbeitet.

Unser Kulturstadtverein war mit eigenem Stand dabei. Dort informierten Karin Hennig, Karin Genrich, Katherin Bauersfeld und Bolko Bouché über das Netzwerk der Kulturerben und unsere gemeinsamen Aktivitäten. Das Kulturerbenfest ist der Jahreshöhepunkt in der Netzwerkarbeit. Für die Besucher gab es die „Potsdamer Mischung“, die klimaerprobte Samenmischung des Freundschaftsinselgärtners.

Dankeschön ans Ehrenamt

Dr. Uwe Koch vom Netzwerk Europa Nostra steht für die europäische Dimension von Denkmalpflege und ehrenamtlichem Engagement. Er würdigte die Potsdamer Kulturerbenvereine für ihr beispielgebenden Einsatz. Sie hätten viele Baudenkmale, Gartendenkmale und Technische Denkmale ins Gedächtnis der Menschen zurückgeholt. Ohne die Aktivitäten aus der Bürgerschaft, die schon vor 1989 begannen, würde Potsdam heute nicht mit seiner Innenstadt glänzen können.

Viele Gäste hatten das Bedürfnis, den Kulturerben für ihr Tun danke zu sagen. Kulturministerin Manja Schüle und Sarah Zalfen taten das mit Himbeertörtchen, mit denen sie den Standbetreuern eine Freude machte. Fides Mahrla, Vorsitzende des Kulturstadtvereins, bedankte sich mit einem herzlichen Schlusswort an die Ehrenamtlichen. Das Orga-Team des Kulturstadtvereins um Matthias Finken und Franziska Fürstenau als Projektleiterin haben gemeinsam mit der Stadt wieder ein gelungenes Fest auf die Beine gestellt.  Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Fest der Kulturerben 2025.

2. Juni: UNESCO-Welterbetag und Fest der Kulturerben

Am Sonntag, dem 2. Juni, finden der UNESCO-Welterbetag und das Fest der Kulturerben statt. „Denkmale – Zeitzeugen der Geschichte“ ist das Motto beim Fest der Kulturerben Potsdam. Von 13 bis 18 Uhr stellen sich auf dem Alten Markt Kulturerbenvereine mit ihren aktuellen Projekten vor. Dazu wird ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm geboten. Das Fest der Kulturerben wird vom Kulturstadt Potsdam e.V. in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Potsdam organisiert.

Der UNESCO-Welterbetag wird durch die Stadt Potsdam und die Schlösserstiftung gestaltet. Es werden ab 11 Uhr Führungen durchs Potsdamer Welterbe angeboten. Bereits am Vortag, dem 1. Juni, ist im Park Babelsberg „A British Day“ mit einem Familien-Picknick und einem abendlichen Konzert.

A British Day – am Schloss und im Park Babelsberg | SPSG

Fest der Kulturerben

Über 40 Baudenkmale, Gartendenkmale oder Technische Denkmale werden in Potsdam durch Vereine ehrenamtlich betreut. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist deutschlandweit einzigartig. Viele Bauwerke wurden durch Potsdamer Bürger vor dem Verfall gerettet. Die Denkmale sind Zeitzeugen einer wechselvollen Geschichte. Potsdamer haben ehrenamtlich für ihre Wiederherstellung gesorgt, öffnen sie dem Publikum und berichten beim Fest der Kulturerben über ihr Ehrenamt.

Dr. Ludwig Grunwaldt, Geschäftsführer des Fördervereins Großer Refraktor e.V., wird auf dem Fest der Kulturerben, über den Wiederaufbau „seines“ Denkmals sprechen: Durch einen Bombentreffer wurden das Gebäude und der mechanische Teil des Refraktors 1945 schwer beschädigt. Es erfolgte rasch die Wiederherstellung, so dass sich die Wissenschaftler ab 1953 dort wieder der Erforschung sogenannter visueller Doppelsterne widmen konnten. Aber die Kuppel schloss nach der notdürftigen Reparatur in der Nachkriegszeit nicht mehr richtig, so dass das Gebäude und das Teleskop Schaden nahmen.

Die Wissenschaftler setzten sich dafür ein, dass das viertgrößte Linsenteleskop der Welt gerettet wird. 1983 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und in der Folge die Kuppel grundlegend erneuert. 1997 nahm das Teleskop in seine Obhut, das Gebäude wird durch das Land Brandenburg und das Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam unterhalten. Dank einer großzügigen Spende der Pietschker-Neese-Stiftung konnte der Förderverein den Kuppelraum und das Teleskop nach denkmalpflegerischen Grundsätzen wiederherstellen lassen. Beim Fest der Kulturerben zeigen Mitglieder am Stand historische Fotos, die das Ausmaß der Zerstörungen zeigen. Lassen Sie sich von ihnen die Geschichte dieses einzigartigen Bauwerks erzählen.

Der Kuppelraum ist heute wieder so großartig wie 1899 bei der Eröffnung in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. Davon können sich Besucher bei regelmäßig vom Verein angebotenen Beobachtungsabenden überzeugen.

Zum Programm UNESCO-Welterbetag und Fest der Kulturerben:

UNESCO_flyer2024_web_0.pdf (potsdam.de)

„Zeitzeuge“ Holländerhaus beim Fest der Kulturerben

Am Sonntag, dem 2. Juni, findet auf dem Alten Markt Potsdam das Fest der Kulturerben statt. „Denkmale – Zeitzeugen der Geschichte“ ist das Motto der Veranstaltung. Von 13 bis 18 Uhr stellen sich auf dem Alten Markt rund 40 Kulturerbenvereine mit ihren aktuellen Projekten vor. Dazu wird ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm geboten. Das Fest der Kulturerben ist eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Kulturstadt Potsdam e.V.

Es ist einzigartig, dass sich in Potsdam so viele Vereine mit ehrenamtlichen Helfern um den Erhalt und die Bewirtschaftung von Baudenkmalen, Technischen Denkmalen und Gartendenkmalen kümmern. Viele Bauwerke wurden durch die Bürger dieser Stadt vor dem Verfall gerettet. Das betrifft vor allem die historische Altstadt von Potsdam.

Die Kulturerbenvereine setzten und setzen sich ehrenamtlich für die Denkmalpflege ein. Sie werden beim Fest der Kulturerben davon berichten. Zum Beispiel der Förderverein zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam mit der Wiederherstellung des Hauses Mittelstraße 8. Das denkmalgerecht sanierte Holländerhaus beherbergt seit 1997 das Museum Jan Bouman Haus. Die Dauerausstellung zeigt die besondere Architektur. Es zeigt wechselnde Ausstellungen und dokumentiert die Geschichte des Viertels. Es ist auch die Geschichte der Menschen, die in diesen Häusern gelebt haben und die Zeitzeugen für den Niedergang und die Rettung ihres Viertels wurden.

Historische Fotos und Berichte

Museumsleiterin Susanne Marok hat in zahlreichen Interviews Erinnerungen von Potsdamern eingefangen. Für die Historikerin ist es besonders spannend, wie die Menschen im Holländischen Viertel gelebt und auch gearbeitet haben, zu sehen zum Beispiel im Werk des Fotografen Eberhard Thonfeld. Oder im Flur des Landesjugendringes, Breite Straße 7 a. Die dortige Ausstellung mit Zeitzeugen-Interviews aus dem Holländischen Viertel entstand in einem Jugendprojekt unter dem Titel: „Zwischen Verfall und Vergnügen.“

Das Jan Bouman-Haus wird sich 2025 in einer Ausstellung mit frühen Bewohnern des Holländischen Viertels befassen. Dabei geht es um den Grenadier und Zimmerermeister Cornelius van den Bosch, der das Jagdschloss Stern baute, und seinen Sohn, den Hofzimmerermeister Cornelius Wilhelm von den Bosch. Er errichtete für Friedrich Wilhelm II. die Historische Mühle von Sanssouci. Die Familie wohnte in der Gutenbergstraße 81. Dort ist heute eine Baulücke, das Holländerhaus wurde im Krieg zerstört und soll als Gemeindehaus der Katholischen Kirche neu gebaut werden.

Die Besucher erfahren beim Fest der Kulturerben, was 35 Jahre ehrenamtliches Engagement für die Denkmalpflege im Stadtbild bewirkt hat. Sie können bei der Veranstaltung jene Menschen kennenlernen, die diese Veränderungen aktiv mitgestaltet haben.

Für die Vereine ist das Fest der Kulturerben eine Gelegenheit, Menschen für die ehrenamtliche Mitarbeit in ihren Vereinen zu gewinnen. Hier findet ein Generationswechsel statt und für fast alle Vereinstätigkeiten wird Verstärkung gebraucht.

UNESCO-Tag: „Vielfalt entdecken und erleben“

Es wird viel geboten am 2. Juli: Zeitgleich mit dem Fest der Kulturerben veranstalten die Landeshauptstadt Potsdam und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ein sehr facettenreiches Programm. Zum Beispiel zeigt eine Führung die Auswirkungen des Klimawandels auf die königlichen Parks. Der UNESCO-Tag beginnt bereits um 10 Uhr.

Programm des UNESCO-Welterbetages und Festes der Kulturerben >>> Flyer Fest der Kulturerben 02.06.24

Verein des Monats Mai 2024: IG Optische Telegraphie in Preußen OT4

Seit 2009 ist die ehemalige Station No. 4 der königlich-preußischen optischen Telegraphen-Linie zwischen Berlin und Koblenz (1832–1849) am ursprünglichen Standort auf dem Potsdamer Telegrafenberg zu besichtigen. Von April bis September demonstrieren Mitglieder der Interessengemeinschaft „Optische Telegraphie in Preußen OT4“ die Funktion des originalgetreuen, funktionstüchtigen Nachbaus der Signalanlage. Für dieses Engagement stellen wir die Interessensgemeinschaft OT4 als Kulturerbenverein des Monats Mai vor.

Zum Saisonstart am 28. April 2024 empfingen Dr. Ludwig Grunwaldt, Maria Stolz und Prof. Dr. Hans-Jürgen Paech interessierte Besucher. Beide Herren waren als Wissenschaftler vor und nach der Wende auf dem Telegrafenberg tätig. So arbeiteten Dr. Grunwaldt zuletzt am Helmholtz-Zentrum Potsdam/Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ/Sektion Globales Geomonitoring und Schwerefeld und Dr. Paech als Polarforscher am Alfred-Wegener-Institut. Maria Stolz lernten die Potsdamer Telegraphenfreunde bei einer Telegraphenreise ins Weserbergland 2010 kennen. Dort befindet sich in Linnenkamp auf dem Holzberg die Station No. 27. Als Gästeführerin zeigte Stolz den Potsdamern die Grabplatte einer Telegraphistenfrau, die 1834 im Kindbett starb. Dr. Grunwaldt blieb im Kontakt mit ihr. Aus Freundschaft wurde Liebe. Vor einigen Jahren ist sie nach Potsdam gezogen und beide engagieren sich nun gemeinsam für die OT-Station No. 4 auf dem Telegrafenberg.

Gipfelkreuz mit sechs Flügeln

Signalanlage OT4 und Kinder-Telegraph (vorn)

Die Telegraphenstation No. 4 befindet sich auf der Kuppe des Potsdamer 96,5 Meter hohen „Bergs“ im Wissenschaftspark „Albert Einstein“. Sie ist eine von 62 Stationen auf der rund 600 Kilometer langen Strecke zwischen Berlin und Koblenz. Die insgesamt sechs Flügel (Indikatoren) am 6,30 Meter hohen Mast einer jeden Telegraphenstation konnten in Stellungen von 45°, 90° und 135° geschwenkt werden. Durch Kombination aller möglichen Varianten in den drei Ebenen A, B und C war die Verschlüsselung von 4.096 Zeichen möglich. Diese konnten einzelne Buchstaben und Zahlen, aber auch Silben, Wörter oder ganze Sätze bedeuten. Der militärische Code war streng geheim und konnte nur an den Endpunkten der Linie chiffriert und gelesen werden.
Den Mitgliedern ist es ein besonderes Anliegen, der heutigen Generation sowohl die Technologie dieser ersten wichtigen Telekommunikations-Strecke in Deutschland als auch die Einordnung in das damalige politische Geschehen anhand des Inhalts bekannt gewordener Depeschen (Telegramme) zu vermitteln. So war zum Beispiel eine Depesche mit 30 Wörtern am 17.03.1848 rund eineinhalb Stunden unterwegs. Vermutlich hätte ein Kurierdienst zu Pferde zwei bis drei Tage benötigt.
Zur Veranschaulichung für Jugendliche wurde ein mobiler Kinder-Telegraph gebaut, an dem die Smartphone-Generation mit dem Signalschrift-Alphabet den Anfangsbuchstaben ihres Namens einstellen kann.

Erster historisch-technischer Themenradweg wurde 2022 eingeweiht

Die Idee zur Beschilderung des 62 Stationen umfassenden Telegraphenradweges wurde in der linienweiten Interessengemeinschaft „Optische Telegraphie in Preußen“, ein Zusammenschluss aktiver Telegraphenfreunde, 2007 geboren. Mit der Beschilderung des Telegraphenradweges wurde in Sachsen-Anhalt begonnen und ein Internetauftritt entwickelt. Mit der Umsetzung in Berlin und Potsdam geht es bislang nicht voran. Zur Beschilderung auf Potsdamer Stadtgebiet wurde jetzt eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Die Telegraphenfreunde erwarten konkrete Schritte zur Realisierung, um dieser Pionierleistung der Nachrichtentechnik ein würdiges Denkmal zu setzen.

Interessierte können ihre Radtour auf dem ersten historisch-technischen Themenradweg von Berlin bis Sachsen-Anhalt bereits mithilfe einer Broschüre planen und die Besonderheiten der geschichtsträchtigen Natur- und Kulturlandschaft entlang der Route aufnehmen.

Broschüre: „Auf den Spuren der optischen Telegraphie im Land Brandenburg“. IG Optische Telegraphie, 2022. ISBN 978-3-943463-20-0
Weblinks: https://www.optischertelegraph4.de/radweg/ | http://www.telegraphenradweg.de

Führungen werden von den Mitgliedern jeweils am letzten Sonntag in den Monaten April bis September von 14 bis 17 Uhr angeboten.

Verein des Monats April 2024: Förderverein Jagdschloss Stern – Parforceheide e.V.

Am 28. April startet das Jagdschloss Stern offiziell in die Saison. Seit nunmehr 21 Jahren gelingt es den Aktiven immer wieder, das Baudenkmal durch kulturelle Aktivitäten im Bewusstsein der Menschen zu halten. Für dieses Engagement stellen wir den Förderverein Jagdschloss Stern – Parforceheide e.V. als Kulturerbenverein des Monats April vor.

Vorstandsmitglied Johannes Kallabis aus Berlin-Lichterfelde ist vom ersten Jahr an dabei. Er erinnert sich: „Der Platz vor dem Jagdschloss war eine Schmuddelecke, am Wochenende mit LKWs zugeparkt. Das Jagdschloss und Gaststätte im Kastellanhaus waren geschlossen.“

Es war der Wunsch der Anwohner, dass es eine Wende zum Besseren gibt. Der neu gegründete Förderverein konnte damit parteiübergreifend Unterstützer gewinnen.  Der Verein hielt das Thema Jagdschloss immer am Kochen. So konnte der historische Jagdstern aus Mitteln der Städtebauförderung neu gestaltet werden. Der Jagdstern liegt im Mittelpunkt der Wegschneisen durch das königliche Jagdrevier. Durch eine im Boden eingelassene Messingplatte wurde die Wegeführung wieder erlebbar gemacht.

Zahlreiche Projekte haben die rund 90 Vereinsmitglieder in eigener Regie verwirklicht. Dazu gehören:

  • Der Wiederaufbau eines historischen Backofens. Das selbstgebackene Brot erfreut sich großer Beliebtheit bei den Vereinsfesten
  • Die Restaurierung des Alten Schafstalls. Dort wird eine Ausstellung gezeigt, in der Potsdamer über die Nutzung des Jagdschlosses zu DDR-Zeiten berichten.
  • Aktuelles Projekt ist das Anlegen einer Streuobstwiese, auf der in diesem Jahr erstmals ein Imker seinen Bienenstock aufstellen wird.

Johannes Kallabis sagt: „Wir sprechen mit unseren Veranstaltungen ein breites Spektrum der Bevölkerung an. Damit gewinnen wir Interessenten und Unterstützer. Aber es braucht einen langen Atem, um unser Vereinsziel zu erreichen, nämlich das Denkmalensemble in seiner Gesamtheit wieder erlebbar zu machen.“

Geplante Wiedereröffnung des Kastellanhauses

Vorgesehen ist die Sanierung und Wiedereröffnung des Kastellanhauses mit einem gastronomischen Angebot sowie die Sanierung des ehemaligen Pferdestalls. Dafür wurden knapp sechs Millionen Euro Fördermittel zugesagt, davon die Hälfte vom Bund und je ein Viertel vom Land und von der Stadt. Geplanter Fertigstellungstermin ist 2030. Was mit dem zugesagten Geld dann noch möglich ist, bleibt eine spannende Frage. Sicher ist, dass der Verein sein Bestes für ein funktionierendes Denkmal tun wird. „Das Baudenkmal Jagdschloss, unsere Angebote und die Gastronomie bedingen sich gegenseitig“, sagt Kallabis.

Für Ihren Besuch im Jagdschloss finden Sie die aktuellen Veranstaltungen hier auf der Kulturerbenseite. Beim Besuch auf eigene Faust finden Sie vor Ort eine Audioführung zum Download sowie einen Flyer mit Wanderrouten zur Erkundung der Parforceheide.

Gibt es einen aktuellen Anlass, um Ihren Verein als Verein des Monats vorzustellen. Wir freuen uns auf Ihren Hinweis per E-Mail.

Verein des Monats März 2024: Freunde der Freundschaftsinsel e.V.

Verein des Monats März sind die Freunde der Freundschaftsinsel. Anlässlich des 150. Geburtstags von Karl Foerster versammeln sich die Mitglieder jedes Jahr am 9. März am Ehrenmal – einer Metallplastik von Christian Roehl – auf der Insel. Zum Jubiläum kamen zahlreiche Gäste aus allen Teilen der Bundesrepublik, um des Staudenzüchters und Potsdamer Ehrenbürgers feierlich zu gedenken. Seit der Gründung des Vereins 2003 zählt dieses jährliche Treffen der Foersterianer, Staudenliebhaber und Gartenfreunde zum festen Bestandteil des Vereinskalenders.  

Verantwortung im Ehrenamt

Mitgastgeber und Vorstandsmitglied Marko Höhn erzählte am Rande der Feierlichkeiten, dass er zu Beginn seiner freiberuflichen Tätigkeit als Landschaftsarchitekt von der Vereinsgründung durch einen Beitrag in der Zeitung erfahren hatte und gern mit dabei sein wollte. Fasziniert war der 1972 in Potsdam geborene Höhn vom Fachwissen der sogenannten Foersterianer und Staudenzüchter wie Dr. Konrad Näser und Wolfgang Kautz. Von ihnen wollte er mehr über Karl Foerster und seine Staudenzüchtungen erfahren. So wurde der junge Mann Mitglied und geradewegs in den Vorstand gewählt. Damals hatte er, so erzählte er, erst einen Sohn, mittlerweile sind zwei Söhne und eine Tochter hinzugekommen. Die Familie und das Landschaftsplanungsbüro fordern seine ganze Aufmerksamkeit, sodass gelegentlich das Ehrenamt zu kurz kommt. Doch aufgeben ist keine Option, die Mitglieder zeigen Verständnis und so ist er bis heute dabei und unterstützt den Vorstandsvorsitzenden Jörg Näthe und seinen Nachfolger Thoralf Götsch als Inselgärtner nach Kräften.

Schulprojekt mit Niveau

Näthes Idee, zum Jubiläum ihres Namenspatrons Schüler der Karl-Foerster-Schule zu bitten, sich künstlerisch mit dem Staudengärtner zu beschäftigen, brachte erstaunliche Kunstwerke hervor, die im Ausstellungsraum neben dem Inselcafé zu besichtigen sind. Auch Familie Höhn hat aktiv mitgestaltet: Sohn Julius gestaltet mit drei Mitschülern ein Baumhaus und präsentiert sein Modell. Der stolze Papa entwarf das Plakat und das Banner zur Ausstellung. Betreut wurden die Kinder von ihren Kunsterziehungslehrerinnen Katrin Neubert, Annette Frensemeier und Jana Breé. Dank ihres Engagements sind die entstandenen Werke mehr als „niedliche“ Kinderzeichnungen. Ein Besuch der Ausstellung „Über den Zaun geschaut“ bereichert den Spaziergang über die Insel (geöffnet vom 9. März bis 28. April 2024 jeweils freitags, samstags und sonntags von 13.00 bis 17.00 Uhr).

Den Schatz erkennen und erhalten

Und wo drückt der Schuh im Vereinsleben? Marko Höhn bedauert, dass nur wenige Mitglieder Verantwortung übernehmen wollen oder können. Er würde sich wünschen, dass mehr junge Leute erkennen, welch großer Schatz die Freundschaftsinsel ist. Hier geht es nicht nur in erster Linie um den Erhalt des Gartendenkmals – als Folge des Klimawandels muss auch mit einer angepassten Pflanzenauswahl reagiert werden. Höhns Leitspruch ist ein Zitat von Dieter Kienast, einem Schweizer Berufskollegen: „Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum“.

Realistische Wünsche

Auf die Frage, was er mit einer Spende von 10.000 Euro für die Freundschaftsinsel machen würde, antwortete Höhn spontan, oberste Priorität hätten Ersatzpflanzungen für abgängige Bäume und zu erneuernde Pflanzungen. Aber auch Unterstützung bei der Pflege der Anlage wäre dringend notwendig, da es zu wenige Inselgärtner gibt. „Man müsste viel öfter Arbeitseinsätze organisieren oder Pflegepatenschaften übernehmen“, so sein Fazit.

Mitmacher beim Frühjahrseinsatz willkommen

Nächste Gelegenheit ist am Sonnabend, dem 23. März 2024, von 10 bis 13 Uhr. Neben den Freunden der Freundschaftsinsel sind passionierte Hobbygärtner herzlich willkommen, die unter fachlicher Anleitung Sichtbares schaffen können. Interessierte melden sich bitte per E-Mail verein@freundschaftsinsel-potsdam.de oder telefonisch unter 0331 2803375 an.

Weitere Informationen unter: Freunde der Freundschaftsinsel

Text: Fides Mahrla | Fotos: Elisabeth Karth

Kulturerbendialog in der Angerkirche

Vertreter der Kulturerbenvereine trafen sich am 27. Februar 2024 in der Angerkirche zum Kulturerbendialog. Wir sprachen über das Fest der Kulturerben und weitere gemeinsame Aktivitäten der Vereine. Nach dem offiziellen Teil war das Netzwerken bei Wasser, Wein und Salzbrezeln angesagt.

  • Matthias Finken, Chef des Orga-Teams für das Kulturerben-Netzwerk, sprach über die Perspektive des Netzwerkes – in Anbindung an die Untere Denkmalbehörde und die Stadt Potsdam. Die Stadtverwaltung gibt eine Studie in Auftrag, wie das Netzwerk gestärkt und die ehrenamtliche Arbeit für Bau, Garten- und Technische Denkmale verstetigt werden kann.
  • Dr. Sigrid Sommer, Marketingleiterin der Stadtverwaltung, stellte „Zwei an einem Tag“ vor. Das Fest der Kulturerben und der UNESCO-Welterbetag finden am 2. Juni statt. Die Angebote werden sich ergänzen. Es wird ein großes Fest für alle Denkmal- und Kulturfreunde.
  • Mark Jumpers, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, stellte sich und die Aktivitäten seiner Behörde vor. Jumpers, der nach einem Volontariat bei der Schlösserstiftung in Potsdam sechs Jahre in Bayern gearbeitet hatte, würdigte die Potsdamer Kulturerben. Ein vergleichbares ehrenamtliches Engagement sei ihm aus anderen Städten nicht bekannt.
  • Franziska Fürstenau, Verantwortliche für das Fest der Kulturerben, stellte die Ideen des Orga-Teams für den 2. Juni vor und sammelte die Ideen aus dem Publikum. Das Fest 2024 steht unter dem Motto „DENKMALE – Zeitzeugen der Geschichte“.
  • Fides Mahrla, Vorsitzende des Kulturstadtvereins, sammelte in einem Motivations-Workshop die Statements der ehrenamtlichen Mitglieder zu ihrer Vereinstätigkeit:
    Was verleiht Flügel?
    Wo drückt der Schuh?
    Mein Wunsch ist …

Zusammenfassend: Die Befragten haben Spaß daran, andere zu begeistern. Sie wollen, dass ihre Aktivitäten präsenter werden, dass Ihr Engagement für ihre Projekte wertgeschätzt und anerkannt werden und dass sie neue Aktive für ihre Vereine gewinnen können.

Die Umfrageergebnisse schicken wir mit dem nächsten Newsletter an alle Kulturerbenvereine.

Verein des Monats Februar 2024: Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes

Der Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V. ist unser Kulturerbenverein des Monats Februar 2024. Der Verein hält im Internet eine Menge Informationsmaterial bereit, um in Nowawes und Babelsberg auf Entdeckungstour zu gehen. Ein Angebot ist eine Audioführung.

Der Audioguide führt in einer halben Stunde durch den heutigen Stadtteil Babelsberg und informiert an elf verschiedenen Stationen über die Entstehung von Neuendorf und der Kolonie Nowawes, den beiden ursprünglichen Stadteilen von Babelsberg. Beginnend in der Karl-Liebknecht-Str. 23, direkt am Museum Weberstube Nowawes, erkundet man das Zentrum Babelsberg mit seiner über 250 Jahre alten Geschichte von den Anfängen der Kolonie für die glaubensverfolgten evangelischen Weber und Spinner aus Böhmen bis hin zur Entwicklung zum aufstrebenden Industriestandort.

Studentenpraktikum im Verein

Frederik Grünenbaum war Autor und Sprecher des Audioguides. Er hat im Februar ein Referendariat an der „Schule am Schloss Potsdam“ begonnen, die im Bornstedter Feld liegt. Als er den Audioguide produzierte, war er noch Student und machte ein Praktikum im Verein. Da Geschichte und Biologie seine Fächer sind, wählte er ein historisches Thema. Er wählte eine Kultureinrichtung, um etwas Gutes für die Allgemeinheit zu tun und um kennenzulernen, wie ein Verein funktioniert.

Ein Zufall weckte die Neugier

Dass es ein Praktikum im Trägerverein der Weberstube wurde, ist einem Zufall zu verdanken. Frederik Grünenbaum stammt aus Sachsen-Anhalt und kam zum Studium nach Potsdam. Er wohnt im Bornstedter Feld und war nach eigenem Bekunden nur sehr selten auf der anderen Seite der Havel. Die Kolonie Nowawes lernte er durch den Fußball kennen. Auf dem Weg ins Stadion fielen ihm die „ulkigen“ Weberhäuser auf und er wurde neugierig. „Ich war gespannt darauf, was hinter den Gebäuden steckt.“

Frederik Grünenbaum bewarb sich. Vereinsvorsitzende Dr. Kirsti Dautzenberg hatte gleich mehrere Ideen, was der Kulturerben-Praktikant machen könnte. Er entschied sich für eine Audioführung, die er von A – Z selbst gestalten konnte. Dafür hatte der Verein Literatur zur Verfügung gestellt. Grünenbaum wählte die elf Stationen aus, schrieb und las Text und schnitt die Aufnahme am Laptop. Er sagt: „Es war cool, aber es hat auch eine Menge Arbeit gemacht. Ich war tatsächlich die ganzen sechs Wochen damit beschäftigt.“

250 Downloads für Audioguide

Vereinsvorsitzende Kirsti Dautzenberg begleitete das Praktikum, indem sie die Arbeitsschritte skizzierte, sich über Zwischenergebnisse informierte und Hinweise gab. Der Verein präsentiert die Audio-Stadtführung auf seiner Internetseite: https://weberstube-nowawes.de/museum/

Die Vereinsvorsitzende berichtet: „Nachdem Frederik Grünenbaum uns die Datei mit der Audioführung erstellt hat, haben wir diese bei Soundcloud hochgeladen und Schweiger Design hat uns die Einbindung in unsere Website gestaltet. Bisher haben über 250 Gäste den Audioguide durch Babelsberg heruntergeladen.“

Die Potsdamer Kulturerben wünschen viel Spaß beim Rundgang. Die Potsdamer Kulturerben sind ein Netzwerk von Vereinen, die ein Denkmal in ihre Obhut genommen haben. Wir stellen auf dieser Seite monatlich eine Vereinsaktivität vor. Bitte informieren Sie uns, wenn bei Ihnen etwas Besonderes los ist.

Verein des Monats Januar 2024: Kirch- und Orgelbauverein Pfingstkirche

Die Pfingstkirche begeht 2024 ein Jubiläum, sie wurde vor 130 Jahren geweiht. Dass sie heute wieder ein Schmuckstück ist, hat sie einem rührigen Förderverein zu verdanken, dem Kirch- und Orgelbauverein Pfingstkirche. Er ist darum unser Kulturerbenverein des Monats Januar 2024.

2023 betreute der Verein ein besonderes Projekt, das noch nicht ganz abgeschlossen ist: Bleiverglaste Fenster im historischen Stil für ein Treppenhaus, das zum Jugendkeller der Gemeinde führt. Dieser Keller war bis in die 1950er Jahre der Sitzungsraum des Gemeindekirchenrates, daher die bleiverglasten Fenster und daher auch die einst reiche Ausmalung des Raumes mit biblischen Darstellungen. Sie sind zum Teil noch sichtbar, zum Teil hinter Putz konserviert.

Stefan Schalinski mit einem restaurierten Fensterflügel.

Die alten Bleiglas-Fenster waren schon lange ausgebaut, aber in Fragmenten erhalten. Außerdem hatte die Gemeinde noch einzelne Glasteile aufbewahrt. So konnte Glasrestauratorin Kathrin Rafoth neue Scheiben nach dem Motto „aus drei mach zwei“ zusammensetzen. Die Fensterflügel wurden restauriert und zusätzlich mit einer Isolier-Schutzglasscheibe versehen. Jetzt können sie eingebaut werden.

Jahrzehnte im Dienst des Denkmals

Bei Bauprojekten wie diesem engagiert sich der Kirch- und Orgelbauverein der Pfingstkirche, der zum Netzwerk der Kulturerben Potsdam gehört. Vorsitzender des Vereins mit über 50 Mitgliedern ist Michael Lunberg. Für die praktische Umsetzung der Restaurierungsarbeiten kann der Verein auf die Kompetenz des Bauausschusses der Evangelischen Pfingstgemeinde zurückgreifen. Stefan Schalinski seit Anfang 2000 Ausschussvorsitzender und in dieses Amt hineingewachsen. Bereits zu DDR-Zeiten arbeitete er im Ausschuss mit. Er berichtet: „An den Kirchengebäuden sind immer Bauarbeiten nötig. Mit der Restaurierung von Fenstern beschäftigen wir uns bestimmt schon zehn Jahre“, berichtet er. Jedes Jahr investiert die Gemeinde eine große Summe. Das Geld kommt aus eigenen Mitteln, Spenden der Gemeinde, Zuschüssen des Kirchenkreises und Fördermittelgebern, wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder der Hermann-Reemtsma-Stiftung. Auch die Jugendbauhütte unterstützte den Verein bereits und restaurierte ein Stallgebäude aus Fachwerk. Das spart Kosten.

Wertvolle Fenster restauriert

Höhepunkt der Arbeit von Kathrin Rafoth war die Restaurierung der kulturhistorisch bedeutsamen Kirchenfenster. Das Fenster über dem Altarraum zeigt die Geschichte „Jesus segnet die Kinder“. Die Fenster wurden in der spezialisierten Glaswerkstatt von Kathrin Rafoth in Erfurt neu in Blei gefasst. Seit dem Jahr 2020 leuchten sie wieder in sanften Farben. Die Diplom-Restauratorin berichtet: „Es sind drei Fenster, die aus der Bauzeit der Pfingstkirche 1894 stammen. Sie waren der Witterung ausgesetzt, der Kitt hatte sich gelöst und einzelne Gläser waren zerbrochen oder fehlten. Das Fenster besteht aus mundgeblasenen, farbigen Gläsern, die zusätzlich innen und zum Teil auch außen bemalt wurden. Dadurch erzielten die Glasmaler unterschiedliche Wirkungen, die Pupillen sind zum Beispiel außen aufgemalt und leuchten. Die äußere Bemalung hat am meisten gelitten, denn das Glas war ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Die neuen Kirchenfenster werden jetzt mit einer außen vorgesetzten Glasscheibe geschützt.

Die Sonne taucht den ebenfalls vor wenigen Jahren restaurierten Kircheninnenraum in farbiges Licht. Glasrestauratorin Kathrin Rafoth sagt: „Der Bauverein weiß, was er mit der Pfingstkirche für ein Schmuckstück hütet, ich merke das an den Fragen. Die Mitglieder sind fachlich interessiert und haben einen Blick für gute Arbeit.“

Gibt es aus Ihrem Verein Neues zu berichten oder wollen Sie einen ehrenamtlichen Kulturerben aus Ihrem Verein würdigen, dann schicken Sie Ihren Vorschlag an unsere Internet-Redaktion.